Prinzipien

Wenn das Fundament stark ist, dann ist der Rest nur mehr Umsetzungssache

Wir haben Jahre investiert um genau herauszufinden, auf welchem Boden das bestmögliche Wohnprojekt entstehen kann, das wir uns vorstellen können. Uns ist aber auch bewusst, dass Idealismus und Worte erst mit Taten Substanz bekommen. Es ist essenziell zu wissen, auf welche Prinzipien wir uns berufen und wo wir hin wollen.

Grundkonsens

LivingSENSE – das wissen wir schon jetzt – wird sich ständig weiterentwickeln um den jeweiligen Anforderungen in den Projektphasen gerecht zu werden, bis hin zum über Generationengrenzen hinausgehenden Zusammenleben. Dabei werden uns einige Werte bleibende Konstanten sein.

Im Laufe unseres Lebens sind wir mal mehr mal weniger von Hilfe abhängig sein. Das betrifft natürlich vor allem Kinder oder Menschen im Alter oder mit Behinderungen bzw. Krankheiten. Wir werden versuchen, diese Hilfe, wenn möglich, untereinander zu leisten, aber es besteht kein Solidaritätszwang.

Toleranz gegenüber Weltanschauungen, Handlungsweisungen und Sitten anderer Menschen und Individuen sind uns wichtig, um ein gutes Zusammenleben zu ermöglichen, denn wir Menschen sind sehr verschieden. Es ist keinesfalls das Ziel, sich für eine Gemeinschaft zu verbiegen oder sich ihr bedingungslos unterzuordnen. Doch das Annehmen von Verschiedenheit erfordert letzten Endes einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander (siehe auch “Konfliktlösungsmodell” unten).

Mehrgenerationen-Wohnen

Das Zusammenleben von Jung und Alt bringt viele Vorteile mit sich. Und man muss nicht, wie früher üblich, in einer Großfamilie leben, um diese Vorteile zu genießen.

Sowohl für Senioren als auch Kinder ist es notwendig, Teil des Alltags zu sein und evtl. eine sinnvolle Nische zu füllen. Von 9 bis 99 können Menschen Teil einer Subsistenzwirtschaft sein, gemeinsam im Garten arbeiten oder je nach körperlichen Möglichkeiten beim Karotten Schneiden und Marmelade Einkochen helfen. Doch auch bei der Kinderbetreuung können sie eine Rolle spielen, sei es auch einfach nur beim Buch Vorlesen.

Alte Menschen brauchen keine Beschäftigungstherapie oder vereinzelte Besuche von Sozialarbeitern sondern eben diese Form von Einbindung. Es gibt viele Tätigkeiten, bei denen nicht Tempo und Kraft notwendig sind sondern vor allem Geduld und Expertise.

Selbstversorgung

Insgesamt wollen wir im Projekt den Innovationsgeist fördern um täglichen Herausforderungen auf sozialer und technologischer Ebene selbst begegnen zu können, wo immer sich dafür Interesse und Initiative finden.

Die Auflösung der Grenze zwischen Produzenten und Konsumenten ist für jene, die sich für die Land- und Vorratswirtschaft einsetzen wollen und für alle eine gewinnbringende Sache. Hier fängt das Thema Selbstversorgung aber erst an.
Auch unseren Energiebedarf decken wir so gut es geht weitestgehend selbst – Stichwort CO2-Neutralität mit vernünftigen Lösungen für Heizung, Warmwasser, Kochen, Kühlung und Lüftung. Dazu dienen uns effektives, natürliches Dämmaterial (siehe Architektur), Erdwärme bzw. -kühlung, Sonnenkraft und Bioenergie.

Auch Dienstleistungen wie Betreuung, Pflege, Wartung und Reparaturen, Technik, bis hin zum Haarschnitt und mehr können innerhalb des Projekts gemeinschaftlich erbracht werden – bei so vielen Menschen gibt es viele Möglichkeiten. Fehlende Ressourcen und Fähigkeiten müssen natürlich extern bezogen werden.

Organisationsmodell

In basisdemokratischen Organisationen sind Entscheidungsfindungen oft langwierig und die Beschlüsse verwässert. Es ist nicht einfach, sich als Einzelner Gehör zu verschaffen und oft gewinnt die lauteste Stimme. Wir wollen hier einen Schritt weiter gehen und organisieren uns nach dem Teal-Paradigma, welches davon ausgeht, dass individuelle Initiativen und Entscheidungen den besten Boden für eine effektive Organisationen bieten. Um eine Anarchie handelt es sich hierbei natürlich ebenfalls nicht.
Kommt es zu einer notwendigen Entscheidung oder will ein Projektmitglied eine Initiative ergreifen kann diese die Form der eigenen Arbeit selbst bestimmen. Wie die Person andere einbezieht ist völlig ihrer eigenen Arbeitsform überlassen. Nur zwei Dinge sind wichtig: Alle Betroffenen müssen einbezogen werden, und kommt es zu einer Unstimmigkeit muss diese gemeinsam gelöst werden (siehe unten).

Wie das im Detail funktioniert ist Gegenstand breiterer Abhandlungen und sprengt den Rahmen dieser Website. Alle notwendigen Informationen zu “Teal” finden Sie hier.

Konfliktlösungsmodell

Nicht nur Im Rahmen des Projektverlaufs sondern auch wenn es zwischen Bewohnern zu Unstimmigkeiten kommt ist es wichtig zu wissen, was getan werden muss. Ansonsten läuft eine Organisation immer in Gefahr, dass schwelende Konflikte die Kommunikation lähmen und die Menschen in manchen Gebieten ihre Motivation und Zufriedenheit verlieren.
Um das zu verhindern verschreiben wir uns dem Ziel, solche Konflikte priorität zu behandeln um anschließend wieder ungestört und umso effektiver arbeiten zu können.

Der erste Schritt ist dabei immer die persönliche Absprache zwischen zwei Menschen, die eine Unstimmigkeit haben (beispielsweise mit der Art, wie eine Entscheidung getroffen wurde). Wird hier keine Lösung erzielt, dann ist die Einbeziehung einer dritten beteiligten Person oder eines Mediators der nächste Schritt. Hilft auch das nichts, wird der Kreis der einbezogenen Menschen schrittweise erhöht.

Dies hört sich sehr unorthodox an, ist aber erwiesenermaßen sehr effektiv. Durch den Fokus, den Konflikte bekommen, ist die Hemmschwelle, diese anzugehen, gesenkt. Das Modell hat einen präventiven Effekt: Schwierigkeiten bekommen frühzeitig ihren Platz, bevor sie zu echten Problemen werden.

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Wohnprojekt LivingSENSE

im Zero Carbon Village "Lewari"
Gemeinlebarn, 3133 Traismauer

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Storchengasse 24/4, 1150 Wien

+43 650 8899345
info@livingsense.org

Wenn Gott das Haus nicht baut, arbeiten die Bauleute vergeblich.

— Psalm 127:1

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