Entscheidungsfindung

Der Konsentuelle Beratungsprozess

Das ist sehr einfach: Grundsätztlich kann jede Mitglied des Vereins jede benötigte Entscheidung treffen. Bevor es das jedoch tut, muss Beratung von allen von der Entscheidung betroffenen Parteien und von Leuten mit Expertise in der Angelegenheit in Anspruch genommen werden. Punkt.

Das entscheidende Mitglied ist in keiner Weise verpflichtet, jeden Ratschlag zu integrieren; es geht nicht darum irgend einen verwässerten Kompromiss zu erzielen, der jedermanns Wünschen entspricht. Aber Rat muss eingeholt, aufrichtig und ernsthaft in Betracht gezogen werden – und dann wird die Entscheidung getroffen. Je größer die Entscheidung umso mehr Menschen müssen mit einbezogen werden, bis hin zum Leitungskreis. Das entscheidende Mitglied ist üblicherweise das Mitglied, das das Problem oder die Gelegenheit zuerst bemerkt hat, oder das am stärksten davon betroffen ist.

Kontrolle

Der kollektive Kontrollmechanismus besteht daraus, dass getroffene Entscheidungen offen und transparent kommuniziert werden an alle Betroffenen (=alle die beratenden Input leisten konnten) bevor sie umgesetzt werden. Wer auf Grund eines begründeten Einwands im Konflikt damit steht, ist angehalten dazu, mit diesem Einwand das entscheidende Mitglied zu einem Lösungsgespräch einzuladen. Bis hierher sind alle Schritte des konsentuellen Beratungsprozesses via eMail oder in informellen 1:1 Meetings zu bewältigen. Erst wenn das entscheidende Mitglied und das Mitglied mit dem begründeten Einwand keine gemeinsame Lösung finden, beginnt sich ein Mediations-Kreis zu bilden.

Konsent versus Konsens

Wir wollen konstruktive und sachbezogene Entscheidungen treffen, die die realen Bedürfnisse aller Betroffenen berücksichtigen. Deshalb wollen wir keine Mehrheitsentscheidungen (wo die Bedürfnisse etwaiger Minderheiten übergangen werden können), und keine Konsensentscheidungen (wo alle zustimmen müssen, und dadurch unbegründbare Vorlieben und Abneigungen Entscheidungen blockieren können). Die konstruktivste, agilste und der Harmonie förderlichste Entscheidungsfindung die wir kennen ist derzeit die per Konsent. Da gilt eine Entscheidung dann als angenommen, wenn kein begründeter Einwand dagegen vorgebracht wird.

Aufgabe

Bis das Routine ist die gut und leicht funktioniert, werden wir jeder für sich und alle gemeinsam zwei Dinge lernen müssen:

  1. unbequem zu sein und auch einen enthusiastischen Entscheider mit unserem begründeten Einspruch zu konfrontieren, bzw. sogar dann, wenn wir die Entscheidung für einen Fehler halten, es anfangs jedoch gar nicht so klar begründen können. Im Zuge der Auseinandersetzung werden wir entweder verstehen und vermitteln können, wo unser Unbehagen herkam. Oder wir werden erkennen, dass uns die Sache auf eine Schwierigkeit in uns oder in unserer Vergangenheit hinwies, aber der Einspruch nicht begründet war. In beiden Fällen ein Gewinn.
  2. Toleranz zu üben und dann zu schweigen, wenn wir zwar emotional nicht damit einverstanden sind wie etwas gehandhabt wird, wir aber erkennen dass das mit unseren eigenen Gewohnheiten oder anderen Prägungen zu tun hat, und keinen vertretbaren Grund bildet anderen unsere Vorlieben überzustülpen.

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— Psalm 127:1

 

(In diesem Sinne schreiten wir voran, abwechselnd verzagt und vertrauensvoll, und sind dankbar für jedes Gebet und jeden freundlichen Gedanken.)

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